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Haiku Projekt - wie alles begann

俳句 (Haiku) – eine traditionelle japanische Gedichtform und eine der kürzesten Gedichtformen der Welt.

Haiku – Wenn aus kurzen Gedichten Bilder werden

Während meiner Bachelorzeit entstand im Kurs „Image and Text“ eine meiner liebsten kleinen Serien: meine Haiku-Fotografien.

 

Die Aufgabe war, Text und Fotografie miteinander zu verbinden. Dafür habe ich mich mit Haikus beschäftigt – kurzen, reduzierten Gedichten, die mit wenigen Worten eine Stimmung, einen Gedanken oder einen kleinen Moment beschreiben können.

 

Aber was ist eigentlich ein Haiku?

Ein Haiku ist eine traditionelle japanische Gedichtform. Ursprünglich entwickelte es sich aus der Gedichtform „Renga“. Der erste Vers daraus, das sogenannte „Hokku“, entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer eigenständigen Gedichtform und wurde schließlich zu dem, was wir heute als Haiku kennen.

Traditionelle Haikus bestehen aus drei Zeilen, sind meist ohne Titel und Reim und beschäftigen sich häufig mit kleinen Beobachtungen und Momenten aus der Natur. Gefühle werden dabei oft nicht direkt ausgesprochen, sondern durch Bilder aus der realen Welt dargestellt.

 

Genau das fand ich spannend:

Wie kann aus ein paar Zeilen ein Bild entstehen?

 

Die Idee dahinter

Bei meiner Recherche bin ich schnell darauf gestoßen, dass es bereits eine Form der Haiku-Fotografie gibt. Bei dieser steht vor allem die Naturfotografie im Mittelpunkt.

Die Natur wollte ich für mein Projekt unbedingt beibehalten. Gleichzeitig wollte ich aber auch eine menschliche Note mit rein bringen.

 

So entstand die Idee der Portrait-Haiku-Fotografie.

Ich habe die kurzen Gedichte als Ausgangspunkt genommen und daraus meine eigenen fotografischen Interpretationen gemacht. Für jedes Bild habe ich ein Haiku aus dem Haiku-Buch 2023 ausgewählt und mir Fragen gestellt:

 

Wie könnten diese kurzen Texte als Bilder aussehen?

Welche Stimmung steckt darin?

Und wie kann ich sie fotografisch erzählen?

Dabei ging es mir nicht primär darum, das Haiku einfach Wort für Wort nachzustellen. Vielmehr wollte ich meine eigene Interpretation entwickeln und Text, Natur und Mensch miteinander verbinden.

 

Inspiration: Nicolas Bruno

Bei der visuellen Umsetzung hat mich besonders der amerikanische Künstler und Fotograf Nicolas Bruno inspiriert. Bekannt ist er für seine surrealen Fotografien, in denen er auch seine Erfahrungen mit Schlafparalyse verarbeitet.

Was mich an seiner Arbeit besonders fasziniert, ist die Detailverliebtheit seiner Bilder. Aufwendige Kostüme, selbst gebaute Requisiten und sorgfältig geplante Inszenierungen erschaffen ganz eigene kleine Welten.

Auch dass er sich selbst häufig in seinen Fotografien zeigt, war für mich eine Inspiration. Deshalb habe ich auch bei meiner Haiku-Serie mit mir selbst vor der Kamera gearbeitet :)

Text. Natur. Mensch.

So treffen in diesem Projekt mehrere Dinge aufeinander, die ich an der Fotografie besonders spannend finde: Portrait, Natur, Inszenierung und Geschichten, die über ein einzelnes Bild erzählt werden.

Und genau daraus ist meine kleine Haiku-Serie entstanden.

In den nächsten Beiträgen möchte ich euch die einzelnen Fotografien genauer zeigen und erzählen, welches Haiku dahintersteht, wie die jeweilige Bildidee entstanden ist und welche Gedanken in der Umsetzung stecken.

Willkommen in meiner kleinen Welt aus Haikus, Bildern und den Geschichten dazwischen.

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